Das meint die Jury (19. NIST): Die Aufführung richtet sich nach der gleichnamigen Stückvorlage von Jewgeni Schwarz. Ein philosophisches Märchen in Form einer Komödie. Es handelt sich um eine Verwandlungs- und Verwechslungsgeschichte, in der unterschiedliche Lebenslinien zusammengewürfelt, durcheinander geworfen, doch auf wundersame Weise und durch die Liebe überraschend anders wieder „ins Lot“ gebracht werden. Ein Märchen, welches ursprünglich für Erwachsene geschrieben, alle Altersstufen anspricht und Lösungsmöglichkeiten zu alltäglichen Lebensfragen sucht.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich temperamentvoll und spielfreudig auf der Bühne. Einzelne Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und erweisen sich schon in den kurzen Sequenzen als tragend. Obwohl das fertige Stück eine Aufführungszeit von etwa einer Stunde haben wird, ist schon in dem dargebotenen Ausschnitt von 20 Minuten zu erkennen, dass auf die darstellerische und sprachliche Arbeit großen Wert gelegt wurde. So füllen Spielerinnen und Spieler ihre Rollen gut aus und unterstützen dies oft durch individuelle Eigenheiten, die den rollentypischen Charakter unterstreichen.

Hintergrund: Die Spielerinnen und Spieler der Freien Waldorfschule Göttingen e. V. sind aus einem Wahlpflichtkurs hervorgegangen, (…) die bereits seit dem 6. Schuljahr auf der Bühne stehen. Nach den Herbstferien begann die Arbeit zum Stück „Das gewöhnliche Wunder“. Die Entscheidung für diese Textvorlage von Jewgeni Schwarz fiel einstimmig aus. Jeder durfte sich seine Rolle selbst auswählen, dann begann die Probenarbeit im Unterricht sowie in der Freizeit. Das Ergebnis ist, dass ein nicht mehr zu bremsender kreativer Prozess in Gang gesetzt wurde, die Theaterbegeisterung der Gruppe sich weiter festigte und ein noch stärkerer, klassenübergreifender Zusammenhalt aller Akteure erreicht wurde.

Die Schüler*innen des Wahlpflichtfach Theater 9. und 10. Klasse an der Waldorfschule Göttingen sind im Finale des 19. NIST [Niedersächsisches Schülertheatertreffen]. Das ist eine Premiere! Die Idee sich erstmals als Waldorfschule beim NIST zu bewerben, hatten die Gründer des SpielZeit. Auch die vielen außerschulischen Proben in den letzten Tagen vor der Aufführung am 26. Mai wurden durch das ehrenamtliche Engagement vom SpielZeit-Team ermöglicht.